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Freitag, 04.12.2020

Der DAX wird 40

Hintergrund:

Endlich auf Augenhöhe mit dem Dow Jones - dieser Eindruck könnte bei manchen Medienberichten zum Thema entstehen. Dem DAX könnte so noch mehr Bedeutung als ETF-Anlagevehikel für die Altersvorsorge der Deutschen verschafft werden. Stattfinden soll die Aufstockung im Herbst 2021. Bis dahin dürfte den Medien viel Stoff für Berichterstattung darüber, welche Unternehmen es denn nun letztendlich schaffen werden, zur Verfügung stehen. Es gibt zwar heiße Kandidaten wie Brenntag und Symrise. Wer es dann sein wird, wird allerdings erst kurz vor der Aufstockung mit einiger Sicherheit gesagt werden können.

Vor dem Hintergrund des Wirecard-Skandals, der ja auch ein DAX-Skandal war, soll es Regeln geben. Es geht zum Beispiel darum, dass die neuen DAX-Unternehmen profitabel sein müssen. Diese Regel findet allerdings nicht überall Beifall, weil dadurch vielversprechende IT-Unternehmen eventuell ausgeschlossen wären und die Regel für die DAX 30-Unternehmen nicht gelten soll.

Was wird sich ändern?

Vermutlich wenig, weil die etablierten DAX-Unternehmen weiter die Entwicklung bestimmen werden. Erste Berechnungen haben gezeigt, dass sich die Aufstockung auf 40 Werte kaum auswirken würde. Die aktuellen Schwergewichte werden weiter die Richtung bestimmen. Damit kann man im Falle von z.B. SAP gut leben, aber Ereignisse wie der Dieselskandal und Probleme im Chemie-Sektor (Bayer-Monsanto) würden auch weiterhin ähnlich auf den DAX durchschlagen wie bisher. Vergleichbare börsennotierte Unternehmensschwergewichte, die bisher nicht im DAX enthalten sind, gibt es in Deutschland einfach nicht. Es wird sich also wenig ändern, weshalb die Diskussion mehr oder weniger überflüssig erscheint.

Was ist für Finanzberater wichtig?

Den DAX kann man nur über einen DAX-ETF erwerben. Dies geschieht in Deutschland dank der massiven Unterstützung der Medien und der Verbraucherzentrale sehr gut. Insbesondere bei der breiten Kundschaft, die mit ihren Anlagen gerne im Land bleibt, kamen in den vergangenen Jahren die DAX-ETF gut an.

Allerdings ist die Bevorzugung des nationalen Index im Falle des DAX nicht unproblematisch, was sich, wie oben ausgeführt, in der Zukunft kaum ändern wird. "Auf nur 30 oder 40 Aktien ein ganzes Vermögen aufzubauen ist finanzielle Hochseilakrobatik ..." schreibt zum Beispiel Victor Gojdka in der Süddeutschen Zeitung vom 25.11.2020. In der Tat, sollte eine langfristige und sicherheitsorientierte Vorgehensweise, wie sie bei Altersvorsorgeanlagen angezeigt ist, Risiken stärker streuen, zum Beispiel bei alternativer Wahl eines weltweit anlegenden Fonds. Für den Altersvorsorgeansatz könnten auch normale Publikumsfonds vorteilhafter sein, weil sie ja eine automatische Vermögensverwaltung beinhalten. Bei langfristiger Anlage wirkt sich zudem der häufig deutlich überdimensioniert diskutierte Kostenvorteil von ETFs ohnehin kaum aus.

Fazit:

Mit großer Wahrscheinlichkeit wird die Ausweitung der Anzahl der im Deutschen Aktienindex (DAX) enthaltenen Werte von 30 auf 40 für Anleger keine besonderen Auswirkungen haben. Für Berater ergibt sich jedoch durch die starke Präsenz des Themas in den Medien eine Chance, die Kunden auf die Schwächen von ETFs hinzuweisen und gegebenenfalls für die jeweiligen Anlageziele passendere Alternativen zu empfehlen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Helmut Kapferer.

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